Über mich
Ich bin 1967 im oberfränkischen Forchheim zur Welt gekommen, habe aber die meiste Zeit meiner Kindheit und Schulzeit in und um Bamberg verbracht. Aufgewachsen mit Buchbinderei und Gärtnerei und einem Großvater, der irgendwie alles konnte und wußte. Weihnachten bauten wir eine alte Märklin Eisenbahnanlage auf, vielleicht aus den dreißiger Jahren, jedenfalls trieben die unentstörten Motoren das Radio und meine Großmutter in den Wahnsinn.
Über einen Schulfreund kam ich das erst Mal mit der Zinnfigur in Kontakt. Heimlich haben wir auf dem Dachboden, zum Glück wußten wir von Brandschutz nichts, Zinn in Prince-August-Formen gegossen. Die Nürnberger Meisterzinn Gießformen mochte ich nicht, die Rohlinge ließen sich da immer nur schwer herauslösen. Später konzentrierte ich mich mehr auf das Malen, das Gießen überließ ich anderen, verbrannte Finger waren nicht meine Welt. Ich malte mit Humbrol Enamels, was anderes gab es damals nicht und als Anleitung diente ein Faltblatt in dem das Wort „Uniform“ sich im tatsächlichen Wortsinn wiederfand. Der Schnitt der Uniform war bei allen der gleichen, die Preussen mußten dann eben blau-rot-weiss, die Schweden gelb-blau, die Russen grün-weiss usw. angemalt werden. Ein Schulausflug brachte mich auch das erste Mal auf die Plassenburg in Kulmbach. Ich war fasziniert von den großen, mit vielen hundert Figuren bestückten, Dioramen. Und bin es heute noch, ein Besuch in Kulmbach gehört immer zum Programm wenn ich bei meinen Eltern weile.
Trotzdem hatte ich zuhause nur ein paar einfache und wenig detaillierte Typen zu Auswahl und ich verlor noch während meiner Schulzeit das Interesse an den Figuren. Technischere Dinge wie Flugzeuge und Panzer rückten jetzt in den Vordergrund. Später baute ich dann historische Schiffsmodelle. Mich fasziniert es immer noch ein Schiffsmodell nur aus ein paar Holzleisten und Brettchen entstehen zu lassen.
Nach Beendigung meiner Lehre mußte ich zur Bundeswehr und da ich weder gerne laufe noch gut fliege ging ich gleich zur Marine. Und blieb. Auf Zerstörern und Fregatten fuhr ich dann die nächsten Jahre kreuz und quer auf allen möglichen Meeren herum.
Irgendwann, es wahr wohl 1995 sah ich ein Bild von Ulrich Puchalas Vignette „Eilmarsch nach Küstrin“, tolle 54mm Preußen, einem Bild von Carl Röchling nachempfunden. Das ließ mich nicht mehr los, ich besorgte mir die Adresse von Scholtz in Berlin und erwarb die 8 Figuren. Später lagen sie dann vor mir, ich betrachtete sie und tauchte ein in eine Welt en miniature die mich bis heute nicht mehr loslässt. Es folgten noch viele Puchala-Figuren. Auch Figuren anderer Offizin. Ich stellte fest, dass man sogar auf einer Fregatte mit den zugegeben recht engen Platzverhältnissen Zinnfiguren, wenn nicht bemalen, dafür schaukelt es meistens zu sehr, so doch wenigsten putzen und entgraden konnte.
2004 hängte ich die Seefahrt an den berühmten Nagel und siedelte mich mit meiner Familie im geschichtsträchtigen Großbeeren, ein paar Kilometer südlich von Berlin, an. Ich wurde Mitglied der KLIO Berlin. Nach 1 und einem halben Jahr verließ ich den Verein aber wieder. Mir war die ganze Geschichte zu sehr auf Flachfiguren und eher auf das Sammeln ausgerichtet. Ich nahm es auch übel, wenn „Sammlerfreunde“ ausgestellte Vollfiguren als „Bleiklumpen“ herabwürdigten. Aber das sind sicherlich Einzelfälle. Verlassen habe ich den Verein, weil ich doch eher der Modellbauer und weniger der Verwalter eines Zinnsarges bin. Die Sammlerabende waren zwar nett aber einfach zu selten um einen wirklich persönlichen und intensiveren Kontakt zu anderen Modellbauern aufnehmen und pflegen zu können.
Ich wohne zusammen mit meiner Frau Alexandra und Töchterchen Anna Franziska seit Oktober 2005 im eigenen Häuschen, mit etwas mehr Platz und Vitrinen für noch viele Figuren.